Jeder weiß heute was das “Urheberrecht” bedeutet - nicht umsonst wird es von der Musik- und Filmlobby dauernd proklamiert. Wie steht es allerdings mit der anderen Seite? Gibt es auch eine Urheberpflicht? Scheinbar nicht, wie Hamburger Gericht (mal wieder) urteilte: nach dem “Heise-Foren-Urteil“, gibt es nochmals die Bestätigung: Forenbetreiber haften uneingeschränkt für Aussagen der Forennutzer - auch ohne Kenntnis.
Wichtigeste Aussage in dem ganzen ist für mich folgendes:
Nicht erforderlich sei, dass der Verbreiter selbst hinter den rechtswidrigen Inhalten stehe oder sie gar verfasst habe. Auch komme es nicht darauf an, ob es sich dabei um eigene oder fremde Informationen handele oder ob der Anbieter davon Kenntnis habe. Ausreichend sei bereits, dass der Betreiber für deren Verbreitung seinen eigenen Internetauftritt zur Verfügung stelle. Eine Haftung könne nach Auffassung der Richter allenfalls dann ausgeschlossen werden, wenn sich der Betreiber der Internetseite von der betreffenden Äußerung nicht pauschal, sondern konkret und ausdrücklich distanziere.
So, das soll also bedeuten ich bin dafür verantwortlich was andere auf meiner “Plattform” tun - außerhalb des Internets hieße das also ich kann in irgendeinem Gebäude jemand ermordern, wofür dann der Hauseigentümer verantwortlich ist?
Dabei ist es egal ob ich davon Kenntnis habe oder nicht - ich kann mich nur davor schützen indem ich mich ausdrücklich von dieser bestimmten Aussage (von der ich wahrscheinlich keine Ahnung habe, daß sie existiert) distanziere.
Also richtig strikt umgesetzt wäre das dann natürlich auch wieder positiv: ich stelle irgendwelche mp3 oder Filme auf meine Plattform und dann gehen die Rechte daran an mich über - ich muß ja auch für das Material von anderen haften.
Denn Rechte ohne Pflichten gibt es nunmal nicht.